Eres Holz

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Quintett (2009)

für Flöte, Klarinette, Viola, Klavier und Harfe



19. juni 2010, hochschule für musik hanns eisler berlin

ensemble zafraan:

liam mallet - flöte
miguel pérez iñesta - klarinette
julia rarisch - bratsche
clemens hund-göschel - klavier
lucie delhaye - harfe

adrian pavlov - dirigent

1. preis in der kategorie interpretation beim hanns-eisler-preis für komposition und interpretation zeitgenössischer musik (19.06.2010)

2. preis in der kategorie komposition beim hanns-eisler-preis für komposition und interpretation zeitgenössischer musik (19.06.2010)

Das Stück "Quintett" basiert auf harmonischen Progressionen, die in funktionaler Verbindung zu einem Zentralton stehen. Ich interessierte mich für Wahrnehmungsprinzipien wie Tonikalität, Spannung und Lösung, Begriffe die aus der Tonalität stammen. Die Idee war diese in einer musikalischen Sprache, die nicht tonal im historischen Sinne ist, anzuwenden.

Eres Holz: Quintett (2009) für Flöte, Klarinette, Bratsche, Klavier und Harfe

Die erwähnte „Tonikalität“, den Eindruck eines tonalen Zentrums, versucht er durch bestimmte Techniken jenseits der Prinzipien von Dur-Moll-Kadenzen erfahrbar zu machen. Der Zentralton fis im Quintett wird strukturell mit verschiedenen Mitteln bestätigt, etwa durch regelmäßige Wiederholungen dieses Tons oder satztechnisch durch Verdoppelung des Tons in den Stimmen und durch die Assoziierung dieses Tons mit einer bestimmten Akkordkonfiguration. Steigerungspassagen, Spannungsfelder und Bewegungen in höhere Register werden als Strategien zur Erzielung einer bewusst verfolgten musikalischen Dramatik eingesetzt. Dadurch gelingt eine fortwährend in Spannung und Auflösung begriffene Entwicklung, die expressive Gesten hervorbringt. Strukturelles Rückgrat der Komposition ist eine harmonische Progression, die Eres Holz als „Choral“ bezeichnet und die sich wie historische Vorbilder – ohne jedoch konkrete Stilzitate zu verwenden – tatsächlich in einem vierstimmigen Stimmsatz bewegt. „Ich glaube, bei meinem Stück spürt man natürlich diese Tradition“, sagt Eres Holz im Interview für Ultraschall Berlin.


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Eckhard Weber

Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) 2015