Eres Holz

logo

MEDIA

deutschlandfunk.jpg

Oktober 2020

Atelier neuer Musik

30 Jahre Deutsche Einheit Return from Exile Ein Erfahrungsbericht aus der Wendezeit

Georg Beck

Ausschnitt

Aus westdeutscher Sicht bedeutete das Projekt deutsche Einheit nicht nur den Umbau der neuen ostdeutschen Länder. Es reichte darüber hinaus, indem es der wiedervereinten Nation abverlangte, ihr Verhältnis zu den Opfern der NS-Diktatur auf eine neue Basis zu stellen. Die Abkehr von der bisherigen Praxis der Verdrängung und die Anerkennung der Verbrechen ermöglichte den Opfern, zurückzukehren. Die osteuropäischen Juden kamen zuerst, sie bereicherten die hiesigen jüdischen Gemeinden. Es kamen exilierte Künstlerinnen und Künstler. Wer nicht kommen konnte oder wollte, weil er bzw. sie anderswo Wurzeln geschlagen hatte, war aber offen für diejenigen, die auf sie zukamen. Autor Georg Beck berichtet von seinem Zusammentreffen mit jüdischen Komponisten und Musikern: mit Josef Tal, Jeffrey Burns, Ursula Mamlok, Ruth Schonthal, Simha Arom und anderen. Im Vordergrund steht nicht der „Fortschritt des musikalischen Materials”, vielmehr das Fortschreiten eines neuen Miteinanders unter Musikern und Zeitzeugen. Beck berichtet von Stimmungen, Mentalitäten, Befindlichkeiten, von alten Wunden und vom Wunder einer neuen Offenheit. Ein Blick in eine Epoche voller Dynamik, in der die Erinnerung anfing, sich neu zu organisieren.