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Schakalkopf (2016)

für Flöte, Klarinette, Violine, Viola und Cello



neues museum in nürnberg, 9. april 2017

pegnitzschäfer - klangkonzepte

wilfried krüger - künstlerische leitung

Schakalkopf (2016) erforscht die Wechselwirkung zwischen Harmonik und Melodik. Der Titel des Stücks bezieht sich auf Anubis - der Gott der Mumifizierung und des Jenseits in der altägyptischen Religion, der häufig als Schakal oder ein Mann mit einem Schakalkopf dargestellt wird.

Das Stück besteht aus einem Kontinuum von verketteten harmonischen Sequenzen. Die harmonische Progression verläuft im Sinne eines „Chorals“, dessen fließende und sinnliche Stimmbewegung immer neue „fluktuierte“ Klangqualitäten in Form eines Tremolos bildet.

Sobald sich die harmonischen Sequenzen etabliert haben, wird der Kurs rhythmisch komplexer, wie eine Art Tanz. Als Kontrast zum ersten Teil gewinnt hier die Melodik die Oberhand mit komplexen und virtuosen Figurationen einer dichten Textur. Im letzten Teil erscheinen die bereits bekannten harmonischen Verkettungen aus dem ersten Teil wieder frisch. Im Coda werden sie aber allmählich und unvorhersehbar strukturell bis zu einer Entmaterialisierung verstellt.

Die Strenge der alten ägyptischen Kunst die meine Arbeit inspirierte trug viel zum Charakter dieses Stückes bei: das Temperament hat etwas sehr direktes und wildes, ausdrucksvoll aber auch dunkel. Durch sehr klare Phrasenbildung, in einer Weise fast „scharfkantig“, klingt die Musik archaisch und mystisch. Das unermüdliche Tremolo der Streicher irgendwie verhext...