Eres Holz

logo

MEDIA

Dunkle Risse (2018)

für Streichquartett

Kompositionsauftrag des Deutschlandfunkes

deutschlandfunk.jpg

Asasello Quartett:

Rostislav Kozhevnikov - Violine
Barbara Streil - Violine
Justyna Sliwa - Viola
Teemu Myöhänen - Cello


Das 30-minütige Streichquartett Dunkle Risse ist das Ergebnis bzw. Fortsetzung langjähriger Beschäftigung mit der Thematik der Grenzüberschreitung:
Weiße Wunden (2008) für 3 Trompeten und TV mit Text-Fragmenten aus dem ekstatisch- orgiastischen Theaterwerk "Ich bin Blut" von Jan Fabre; Vier Schatten (2013) für Blechbläserquintett inspiriert von den vier apokalyptischen Reiter aus der Offenbarung des Johannes; Nemesis (2014) für großes Ensemble nach der Göttin des gerechten Zorns in der griechischen Mythologie wie sie in der Popkultur als Todesengel oder Todesbringer dargestellt wird; Das Trauergebet mit der labyrinthischen Identitätssuche Kaddisch nach Allen Ginsberg (2015) für Sänger und Ensemble; die „Verbindungsfäden“ gemäß den Schicksalgöttinnen der griechischen Mythologie in Kataklothes (2015) für großes Ensemble; Schakalkopf (2017) für Ensemble inspiriert von Illustrationen altägyptischer Grabmalereien des Gottes der Totenriten: Anubis; und hautwärts (2018) für Ensemble mit Gedichten existenzialistischer Substanz versehen.

All dieser Werke die in den letzten 10 Jahren entstanden sind, verkörpern in unterschiedlicher Weise eine Personalisierung, Intensivierung und Verdunkelung meiner bisherigen Tonsprache. Sich mit künstlerischer Grenzüberschreitung zu befassen heißt für mich nichts anderes als sich mit dem Tod und dessen Fatalität zu konfrontieren. Es ist ein Zustand von emotionaler und geistiger Reife (im Gegensatz zu radikal sein, ein Begriff was im Deutschen so oft fälschlicherweise überschätzt wird), die dem Menschen eine konstruktive brauchbare Lösung ermöglicht. Der Grenzüberschreiter ist bereit dem Unvorstellbaren, Unbekannten und Unmöglichen aber auch dem Absurden und Irrationalen ausgeliefert zu sein. Es ist zugleich ein Gefühl von komplettem Neuanfang, Befreiung, Löschung bisheriger Wahrheiten und Erkenntnissen zugunsten Neuem. Sterben und geboren werden? den Mut zu haben scheitern und alles verlieren zu können? Es ist zugleich passiver aber auch aktiver Vorgang, indem der Tod nur mit Fantasie besiegt werden kann!

Dunkle Risse für Streichquartett besteht aus fünf Sätzen. Ruhige und mysteriöse mikrotonale Abweichungen zusammen mit fortwährender langsamer nach oben steigernder Stimmführung dehnen den musikalischen Raum, sowohl im Sinne der Stimmlage als auch des atomalen Zustandes der Intonation bzw. der Klangfarbe. Dieser Vorgang wird in die Extremen getrieben bis unvorbereitete durch Pausen getrennte Flageoletttöne die Kontinuität unterbrechen. Als ob die Zeit zerrissen wird, blicken wir in die helle klangliche Risse. Sie erscheinen trotz ihrer strahlenden Klangfarbe dunkel und antwortlos. Dunkle Risse oszilliert zwischen Höhen und Tiefen, zwischen Schwerkraft und Schwerlosigkeit. Ein Pendel, das als Kraftwerk der Transzendenz fungiert.

Eres Holz: Dunkle Risse

Holz möchte in seiner Musik kein trügerisches Paradies entfalten, sondern Fragen nach Ängsten und existentiellen Situationen aufwerfen. Das bedeutet, den Widersprüchlichkeiten des Lebens schöpferisch ins Auge sehen.

weiter lesen

Frank Kämpfer

Forum neuer Musik 2021

deutschlandfunk.jpg

Eres Holz: Dunkle Risse

Das große Streichquartett von Eres Holz setzt gleichfalls auf Emotionen; es ist inspiriert von Gedanken der Grenzüberschreitung und des inneren Ausnahmezustands.

weiter lesen

Frank Kämpfer

Forum neuer Musik 2021

deutschlandfunk.jpg

Eres Holz: Dunkle Risse

Eres Holz‘ Streichquartett, das beim Forum neuer Musik 2020 zur Uraufführung kommt, heißt „Dunkle Risse“. In dem fünfsätzigen Stück verschmelzen die Stimmen des Asasello Quartetts zu einem homogenen Klangkörper. Geheimnisvoll und unheimlich soll das akustische Setting wirken. Holz möchte in seiner Musik kein trügerisches Paradies entfalten, sondern Fragen nach Ängsten und existentiellen Situationen aufwerfen. Das bedeutet, den Widersprüchlichkeiten des Lebens schöpferisch ins Auge sehen.

weiter lesen

Frank Kämpfer

Forum neuer Musik 2021

deutschlandfunk.jpg

Eres Holz: Dunkle Risse

Der Berliner Komponist Eres Holz rührt an Fragen von existenzieller Dimension. Es geht um Grenzüberschreitungen, um die unbedingte Suche nach dem eigenen Selbst. Das Kölner Asasello Quartett stellt der Uraufführung von Holz‘ Streichquartett Werke von Henry Purcell voran.

weiter lesen

Hanno Ehrler

Forum neuer Musik 2021

deutschlandfunk.jpg