Eres Holz

logo

MEDIA

die frau (2020)

nach Constantin Virgil Banescu (1982-2009)

für Mezzosopran, Blockflöte(n), Kontrabass und Elektronik

Claudia van Hasselt Stimme
Susanne Fröhlich Blockflöte(n)
Meinrad Kneer Kontrabass


die frau

eine frau will ich mir nehmen
(schon weil die substitute meiner sensibilität sich mehren)

wie in einem alten baderitual werde ich meinen körper
mit einer waschung langsam vorbereiten, ja sogar den leib,
dann spüle ich mich rein von jeder selbstberührung
und höre auf
(nasowas? nasowas? hörthört! hörthört!)

ich setz mich hin und präpariere meine frau:

mit der haut und dem fleisch von der brust stopf ich ihr die ohren
(das heißt ich reiß mir die haut und das fleisch von der brust)

die haut und das fleisch von der schulter kommt auf ihre augen
(das heißt ich reiß mir die haut und das fleisch aus der schulter)

mit der haut und dem fleisch von den händen stopf ich ihr den mund
(das heißt ich reiß mir die haut und das fleisch von den händen)

aber diese dünste die nach mutter riechen
(diese dünste die nach mutter riechen)

umsonst die klumpen haut und fleisch gerissen:
diese dünste die nach mutter riechen
erinnern daran dass
sobald man den geruch der eigenen mutter riecht
die welt der frauen einem sich verschließt

(Constantin Virgil Banescu)